Köln – In der Kölner Innenstadt haben an diesem Wochenende erneut große Menschenmengen ihre Solidarität mit den Protestbewegungen im Iran gezeigt. Im Zentrum der Kundgebungen stand am Samstag eine Versammlung auf dem Roncalliplatz, direkt vor dem Kölner Dom, bei der Hunderte Menschen gegen das autoritäre Regime im Iran demonstrierten und Reformen sowie Menschenrechte forderten.
Die Proteste in Köln sind Teil einer Reihe von Demonstrationen, die in mehreren deutschen Großstädten stattfinden. Hintergrund ist eine ausgeweitete Welle von Massenprotesten im Iran seit Ende Dezember 2025, als die Bevölkerung erneut gegen die repressiven Maßnahmen der herrschenden Geistlichkeit – des sogenannten Mullah-Regimes – auf die Straßen ging. Dort wurde der Protestbewegung entgegen brutaler Repressionen mit teils tödlicher Gewalt begegnet.
Auf dem Roncalliplatz, einem der historischen Plätze im Schatten des Doms, versammelten sich am frühen Nachmittag zahlreiche Menschen mit Plakaten, Fahnen und Transparenten. Viele forderten ein Ende der Gewalt, die Freilassung politischer Gefangener sowie mehr internationalen Druck auf Teheran. Die symbolische Botschaft „Frauen, Leben, Freiheit“ – ein Slogan, der seit Jahren mit dem Widerstand im Iran verbunden ist – war auf zahlreichen Schildern zu lesen.
Die Polizei Köln hatte im Vorfeld mit einem größeren Einsatz gerechnet. Insgesamt waren für das Wochenende mehrere Demonstrationen und Kundgebungen im Stadtgebiet angemeldet, darunter neben dem Roncalliplatz auch Versammlungen am Heumarkt, Ottoplatz sowie Demonstrationszüge vom Neumarkt. Veranstalter und Polizei gingen von mehreren Tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus; die tatsächliche Zahl dürfte aufgrund spontaner Beteiligung noch deutlich höher gewesen sein.
Begleitet wurde der Protest von einer stillen Mahnwache am Donnerstagabend auf der Domplatte, bei der rund 150 Menschen der Opfer der irischen Demonstrationen gedachten und mit Kerzen, Bildern und Blumen ihre Solidarität ausdrückten.
Die Forderungen der Demonstrierenden in Köln spiegeln die breit gefächerte Kritik an der iranischen Führung wider: Neben dem Stopp der Gewalt richteten sich Appelle an die internationale Gemeinschaft, härter gegen Menschenrechtsverletzungen vorzugehen und politische Reformen im Land zu unterstützen. Diese Botschaften wurden auf Transparenten wie „Free Iran“ oder deutlicher formulierten Appellen nach Freiheit und Demokratie sichtbar.
Für die kommenden Tage sind weitere Aktionen geplant, die das Thema erneut in den öffentlichen Raum tragen sollen. Die Protestbewegung in Köln ist damit nicht nur ein lokales Signal, sondern Teil einer wachsenden internationalen Solidaritätswelle mit Menschen, die im Iran für grundlegende Freiheiten eintreten.
Antworten