Heute, dem 7. Januar 2026 wurde Rolf Becker unter großer Anteilnahme in Hamburg zu Grabe getragen. Der bekannte Schauspieler mit der markanten Stimme verstarb am 12. Dezember 2025 in einem Hospiz.
Was in den meisten Medien verschwiegen wurde: Er war ein sehr überzeugter Linker, der auf dem UZ-Pressefest auch schon mal das Kommunistische Manifest las. Ein Mensch mit klarer Kante gegen Ungerechtigkeit und den wieder erscheinenden Faschismus – und letztlich gegen die Auswüchse des Kapitalismus. Am 16. Dezember schrieb die TAZ: „Er war verlässlich da, wenn man ihn brauchte, bei Gewerkschaftskundgebungen, Erinnerungen an die Bremer Räte-Republik oder der jährlichen Lesung aus von den Nazis verbrannten Büchern in seinem langjährigen Wohnort Hamburg.“
In Erinnerung an sein Vermächtnis hier die Aufzeichnung einer Lesung aus dem Buch von Armin T. Wegener: „Der Knabe Hüssein“. Die Aufzeichnung stammt aus dem Jahr 2013.
Zur Erläuterung: Wegener befand sich im 1. Weltkrieg zu der Zeit in der Türkei, als die Ermordung und Vertreibung der Armenier durch die Türken standfand. Bis heute wird dieser Völkermord durch die Türkei bestrittten. Wegner dokumentierte und fotografierte das unerträgliche Geschehen und schrieb einen allerdings unbeantworteten Brief an den damaligen US-Präsidenten Woodrow Wilson: „Erschlagen, erschossen, erhängt, vergiftet, erdolcht, erdrosselt, von Seuchen verzehrt, ertränkt, erfroren, verdurstet, verhungert, verfault, von Schakalen angefressen. Kinder weinten sich in den Tod. Männer zerschmetterten sich an Felsen, Schwangere stürzten sich, die Hände aneinandergebunden, mit Gesang in den Euphrat.“
In der linken Szene wird Rolf Becker wohl stets in Erinnerung bleiben.
Die Fotografien stammen von Christian Fiege und Hans-Dieter Hey
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