Köln – Am Dienstagmorgen sind an der Uniklinik Köln Beschäftigte zu einem 48-Stunden-Warnstreik aufgerufen worden, der heute (13. Januar 2026) begonnen hat. Die Aktion gehört zu einer Reihe von Arbeitsniederlegungen an Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen und steht in direktem Zusammenhang mit den derzeit laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder (TV-L).
Die Gewerkschaft Verdi hatte die Beschäftigten in Pflege, Service und Verwaltung mobilisiert. In der Frühschicht legten nach Gewerkschaftsangaben rund 200 Mitarbeitende am Kölner Klinikstandort die Arbeit nieder, um gemeinsam auf die Anliegen der Belegschaft aufmerksam zu machen – von besseren Arbeitsbedingungen bis zu einer angemessenen tariflichen Bezahlung. Die Aktionen in Bonn, Essen und Düsseldorf begannen zeitgleich.
Massive Auswirkungen auf Klinikabläufe
Durch den Warnstreik kommt es zu spürbaren Einschränkungen im Klinikalltag. Verdi rechnet damit, dass an der Uniklinik Köln am heutigen Dienstag bis zu zwei Drittel der geplanten Operationen ausfallen könnten; ähnliche Effekte werden in anderen Unikliniken erwartet. Die Versorgung dringender Notfälle soll dagegen geschützt bleiben.
Patientinnen und Patienten, deren Behandlungen medizinisch vertretbar verschoben werden können, werden von den jeweiligen Fachbereichen über Änderungen informiert. Die Uniklinik Köln hatte im Vorfeld betont, man habe mit den Gewerkschaften Notdienstvereinbarungen getroffen, um sicherzustellen, dass lebenswichtige Behandlungen weiterhin stattfinden.
Im Zentrum stehen die Tarifverhandlungen
Hintergrund des Arbeitskampfes ist die zweite Verhandlungsrunde für die rund 925.000 Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder, die am 15. und 16. Januar in Potsdam angesetzt ist. Verdi fordert eine Erhöhung der Einkommen um sieben Prozent, mindestens aber um 300 Euro pro Monat zur Stärkung der unteren Lohngruppen. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hält diese Forderung bislang für nicht finanzierbar.
Mit den Warnstreiks will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhen – und klarstellen, dass die Beschäftigten eine Einigung mit spürbaren Verbesserungen erwarten. Verdi spricht davon, dass die Belastungen in Kliniken und anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes seit Jahren zunehmen und sich auf Qualität, Gesundheit und Arbeitszufriedenheit auswirkten.
Weiterer Verlauf offen
Die Streikwelle ist nicht auf Köln beschränkt: Auch in anderen Städten werden Beschäftigte in den kommenden Tagen zu Aktionen erwartet, um die Forderungen in der Tarifrunde zu unterstreichen. Ob es vor oder nach der nächsten Verhandlungsrunde zu weiteren Ausweitungen des Arbeitskampfes kommt, ist derzeit offen.
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