Köln – Unter dem Motto „Streiktag Bildung“ hat heute in der Kölner Innenstadt eine größere Demonstration der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) stattgefunden. Hunderte angestellte Lehrkräfte, Sozialpädagog*innen und Beschäftigte aus dem Bildungsbereich zogen am Vormittag vom DGB-Haus am Hans-Böckler-Platz zum Heumarkt, wo am Mittag eine Kundgebung mit Redebeiträgen und Rahmenprogramm stattfand.
Die Aktion ist Teil der aktuellen Tarifrunde TV-L 2025/26, in der die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes der Länder erneut deutlich höhere Gehälter fordern. Konkret verlangt die GEW eine Erhöhung der Einkommen um sieben Prozent, mindestens jedoch 300 Euro pro Monat – flankiert von weiteren Forderungen wie Verbesserungen für Auszubildende und studentische Beschäftigte.
Stimmung: kämpferisch, lautstark, aber friedlich
Trotz nasskalter Witterung versammelten sich heute Vormittag mehrere hundert Menschen am Hans-Böckler-Platz. In roten Warnwesten zogen sie entlang der innerstädtischen Route zum Heumarkt, begleitet von Rufen und Bannern, die auf die angespannte Lage im Bildungssektor aufmerksam machen sollten. Die Beteiligung war spürbar größer als bei früheren Aktionen in Köln – nicht nur lokale Lehrkräfte, sondern auch Kolleg*innen aus dem Umland waren angereist.
Rednerinnen und Redner aus der Gewerkschaft setzten am Heumarkt deutliche Akzente: Sie kritisierten die Blockadehaltung der Arbeitgeberseite in den Tarifverhandlungen und warben für mehr Anerkennung der Arbeit im Bildungsbereich. Laut einer Mitteilung der GEW NRW beteiligten sich heute rund 400 Beschäftigte an der Kundgebung in Köln.
Gründe für den Protest
Hintergrund der Proteste sind festgefahrene Tarifverhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Nach der zweiten Gesprächsrunde hatten die Arbeitgeber bislang kein verbindliches Angebot vorgelegt, was den Unmut der Beschäftigten weiter schüren dürfte. Gewerkschaftsvertreter betonen, dass die steigenden Lebenshaltungskosten und die hohe Belastung im Bildungsbereich bessere Tarifbedingungen dringend notwendig machen.
Zudem signalisiert die GEW mit dem heutigen Streiktag eine bundesweite Mobilisierung: An mehreren Standorten in Deutschland fanden zeitgleich Aktionen statt, an denen laut der Gewerkschaft fast 12.000 Beschäftigte aus dem Bildungsbereich teilnahmen.
Auswirkungen auf den Schulbetrieb
Der Warnstreik betrifft ausschließlich angestellte Lehrkräfte und Beschäftigte, da verbeamtete Lehrkräfte nicht zum Streik teilnehmen dürfen. Experten gehen daher bislang von begrenzten Unterrichtsausfällen aus, auch wenn an einzelnen Schulen Einschränkungen nicht ausgeschlossen werden.
Blick nach vorn
Die GEW kündigte bereits an, den Druck auf die Arbeitgeberseite aufrechtzuerhalten, sollte bis zur nächsten Verhandlungsrunde nicht substantielle Angebote vorgelegt werden. Ob und in welchem Umfang weitere Streiktage folgen, hängt maßgeblich vom Verlauf der kommenden Gespräche ab.
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